Beratungsstelle

Aktionstag im Motorama

3. März 2026 - Beratungsstelle

„Schieb deine Verantwortung nicht weg!“ – unter diesem Motto hat die Arbeitsgemeinschaft "Münchner Fachstellen Prävention und Hilfen für Kinder bei sexueller Gewalt" einen Aktionstag in Kooperation mit der Stadtbibliothek im Motorama veranstaltet: Kindern Schutz vor sexualisierte Gewalt geben, so lautete die Botschaft der Fachstellen, die vor Ort über ihre Arbeit und ihre Angebote informierten.

Bürgermeisterin Verena Dietl: „Jedes Kind hat das Recht auf ein gesundes und unversehrtes Aufwachsen. Sexualisierte Gewalt hat hier keinen Platz – und doch passiert sie, häufig im nahen Umfeld der Kinder. München hat ein Netzwerk spezialisierter Fachstellen aufgebaut, um betroffenen Kindern und Jugendlichen professionellen Schutz und Hilfe anzubieten. Die Stadt fördert diese Arbeit, weil wir wissen: Kinderschutz funktioniert nur durch abgestimmte Expertise. Verantwortung tragen wir letztlich alle. Der heutige Aktionstag macht sichtbar, welche Angebote die Münchner Fachstellen für Prävention, Beratung und Begleitung bieten – und die bundesweite Kampagne ermutigt dazu, aufmerksam hinzuschauen, sich zu informieren und im Zweifel Unterstützung zu holen.“

Auf dem Aktionstag präsentierten sich spezialisierte Institutionen der Arbeitsgemeinschaft wie beispielsweise AMYNA, IMMA-Beratungsstelle, das Stadtjugendamt, KIBS, das KinderschutzZentrum, das Polizei-Kommissariat 105, das Childhood-Haus München und Wildwasser München mit ihren Beratungs- und Unterstützungsangeboten. Kinder, Jugendliche, Eltern, Fachkräfte und alle, die sich über das Thema sexuelle Grenzverletzungen informieren wollten, fanden dort entsprechende Ansprechpartner*innen.

Die Arbeitsgemeinschaft „Münchner Fachstellen Prävention und Hilfe für Kinder bei sexueller Gewalt" macht deutlich, dass nur ein differenziertes Netzwerk von Prävention, Beratung und Intervention wirksam ist. Prävention allein schützt nicht, Intervention allein greift zu spät. Die gezielte Verbindung beider Ansätze erlaubt, Kinder frühzeitig zu schützen, Fachkräfte zu unterstützen und Eltern sowie die Öffentlichkeit zu entlasten. Die Förderung durch das Sozialreferat ermöglicht solche spezialisierten Angebote der Fachberatungsstellen.

Die Unabhängige Bundesbeauftragte gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen, Kerstin Claus, macht in ihrem Statement auf die strukturellen Konsequenzen des Gesetzes zur Stärkung der Strukturen gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen (UBSKM-Gesetz) aufmerksam, dass am 1. Juli 2025 in Kraft getreten ist: „Mit dem UBSKM-Gesetz bekennt sich die Politik dazu, dem Schutz vor sexualisierter Gewalt in Deutschland höchste Priorität einzuräumen. Zugleich muss sichergestellt werden, dass Kinder und Jugendliche vor Ort durch wirksame Strukturen in den Ländern geschützt werden. Dafür ist eine enge und verlässliche Zusammenarbeit von Bund und Ländern unerlässlich. Diese erwarte ich nicht nur auf Bundesebene, sondern von allen politisch Verantwortlichen auf sämtlichen Entscheidungsebenen. Nur so können Prävention und Intervention unabhängig, qualitätsgesichert und bedarfsgerecht umgesetzt werden.“

„Schieb deine Verantwortung nicht weg!“ ist das zentrale Motto der bundesweiten Kampagne, die sich an Erwachsene richtet – Eltern, Freund*innen der Familie, Lehrkräfte oder Trainer*innen. Die Kampagne ist eine gemeinsame Initiative der Bundesfamilienministerin und der Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung. Sie will Erwachsene dazu ermutigen, genauer hinzusehen, hinzuhören und nachzufragen, wenn Kinder und Jugendliche plötzlich Verhaltensänderungen zeigen oder Anzeichen von Belastungen haben. Mehr Informationen zur Kampagne „Schieb die Verantwortung nicht weg“ unter nicht-wegschieben.de.